Im Zentrum des Symposiums 2026 der AG Pastoraltheologie stand die Frage nach der Rolle und den Entwicklungspotenzialen der Pastoraltheologie in der Wissenschaftslandschaft. Eingangs ließen zwei Beiträge aus systematisch-theologischer Perspektive dem Format „Symposium“ entsprechend verschiedene Diskussionen über Verortung und gegenwärtige Themen der Pastoraltheologie im akademischen Fächerkanon entstehen.
Etwa wurde der Vortrag des evangelischen Theologen Klaas Huizing (Würzburg) am Beispiel seiner Auseinandersetzungen mit Veröffentlichungen von Hartmut Rosa einerseits zum Anlass, das Verhältnis soziologischer und pastoraltheologischer Forschung zu diskutieren. Andererseits führte die von Huizing zentral eingeführte Rede von „Hoffnung“ als christliche Alternative zu einem bloßen Optimismus im Gespräch etwa auch zur Auseinandersetzung damit, inwiefern eine von den Missbrauchsverbrechen im Raum der Kirche ausgehende Ausrichtung des Faches Pastoraltheologie kritisch einzufordern ist.
Matthias Remenyi (Würzburg) zeigte im zweiten Vortrag unter anderem, dass zwischen der Fundamentaltheologie und der Pastoraltheologie eine Parallele allein deshalb schon bestehe, weil eine genaue Bestimmung ihres Gegenstands in beiden Fächern in ähnlicher Weise offenbleibe. Mit Blick auf verschiedene Zugänge und profilierte Positionen aus der Pastoraltheologie lässt sich eine dieser Offenheit des Gegenstands entsprechende Pluralität beobachten, wie durch das anschließende Gespräch deutlich wurde. Offen diskutiert wurde dabei unter anderem, ob und inwieweit pastoraltheologische Zugänge zu pastoraler Praxis durch den Anspruch, verstehen oder verändern zu wollen, unterschieden werden können.
Ein dritter Vortrag von Judith Könemann (Münster) führte in die DFG und ihre Förderprozesse ein. Dadurch konnten verschiedene Fragen zur Antragsforschung teils auf Sachebene geklärt und teils auf forschungsstrategischer Ebene miteinander diskutiert werden, sodass auch auf diese Weise Entwicklungspotenziale der Pastoraltheologie in der Wissenschaftslandschaft anschaulich wurden.
Abgerundet wurde das Symposium 2026 durch mehrere Workshops zur Arbeit und Arbeitsweise der AG Pastoraltheologie, durch die unter anderem der im Rahmen einer Mitgliederversammlung am Rande des Symposiums neu gewählte Vorstand der AG erste Orientierungspunkte zu gegenwärtigen Entwicklungen und Bedarfen etwa im Bereich Internationalisierung oder auch neuer Formate zur unterjährigen Förderung einer offenen pastoraltheologischen Debattenkultur gewinnen konnte.
Die Symposien der AG Pastoraltheologie dienen vor allem der akademisch orientierten Auseinandersetzung unter den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft. Im jährlichen Wechsel finden Symposien (mit stärkerem Bezug auf akademische Reflexion) und Kongresse (mit stärkerem Bezug auf den Praxis-Theorie-Praxis-Zirkel) statt. Der nächste Kongress 2027 findet unter dem Titel „Populismus und Religion“ statt.
